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In dem Artikel auf den Seiten 89/90/91 „Die Turmspitze als Vermessungspunkt und ein Experiment mit – beinahe – tödlichem Ausgang" ist durch ein technisches Versehen nicht die Ergänzung erschienen.

 

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Michaelitica

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Der Turm der Hauptkirche St. Michaelis wird - unabhängig von der stetig fortschreitenden Entwicklung - auch weiterhin seine Bedeutung als trigonometrischer Vermessungspunkt behalten.
Schon im Jahr 1793 hat der Erbauer unseres Turms, Ernst Georg Sonnin, auf dem Uhrboden eine astronomisch richtige Mittagslinie konstruiert, mit deren Hilfe die Einstellung der Uhr regelmäßig korrigiert werden konnte und im Jahre 1802 nahm der Landvermesser und Astronom Dr. Johann Friedrich Benzenberg seine berühmten Fallversuche zum Nachweis der Erdumdrehung im Turm vor, bei denen es fast zu einem tödlichen Unfall gekommen wäre.
Benzenberg war nach Hamburg gekommen, weil er im Turm des Michels den geeigneten Ort für seine Fallversuche gefunden hatte. Das war nicht leicht, weil bei seinem Versuchen Bleikugeln aus großer Höhe fallen gelassen wurden, die auf ihrem Weg von Windeinflüssen frei sein mussten. Der Turm hatte auf allen Böden Falltüren. Wenn man diese alle öffnete, hatte man einen durchgehenden Schacht von 110 Metern Höhe zur Verfügung.
Bei 31 Versuchen, die sich über vier Monate hinzogen, ließ Benzenberg speziell gedrehte und polierte Bleikugeln aus 76,3 Metern Höhe bis in das Gruftgewölbe fallen, die unten auf besonders präparierte Holzbretter aufschlugen auf denen die Aufschlagstelle genau vermessen wurde. Unten stand der Zimmergeselle Karstendik und schob immer wieder neue Aufschlagbretter in die richtige Position.
Benzenberg schrieb: „Ich ließ die Kugeln... fallen, und Karstendik war unten, um Acht zu geben, dass niemand über die Stelle ginge, wo die Kugeln hinfielen. Eine der Kugeln fiel so auf die Bretter, dass diese auseinanderflogen, und Karstendik, der dies sieht, geht hin, um sie wieder zusammenzuschieben. - Der Bediente, welcher mir bey diesen Versuchen immer treulich half, sah aber nicht hinunter, weil er gerade einen Faden an einer Kugel befestigte. Ich selbst konnte bey der Beobachtung nicht hinunter sehen und schneide die folgende Kugel los, welche so dicht an Karstendik vorbey fällt, dass sie ihm den Hut und die Perücke abschlägt und etwas an der Backe streift...
Als ich hinunter kam, saß er auf einer Todtenbaare, und konnte sich von seiner Alteration noch nicht wieder erholen. Ein Schluck gebranntes Wasser und der Dialog thaten indeß bald ihre gewohnte gute Wirkung.“

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Der Hamburger Michel
Geschichte und Geschichten
Erschienen im Selbstverlag des
Vereins Michaelitica an St. Michaelis
zu Hamburg e.V
Englische Planke 1
20459 Hamburg
Tel.040/376 78 150

e-mail: g.wiarda@st-michaelis.de